Katholische Kirche in Bremen – eine Bestandsaufnahme

Katholische Kirche in Bremen – eine Bestandsaufnahme

Bremen ist über Jahrhunderte eine evangelisch geprägte Stadt. 1970 betrug der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder noch 80,06 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die ewig Zweitplatzierte war die katholische Kirche mit einem Anteil von knapp über 10 Prozent.

Ende 2019 machten die eingetragenen Mitglieder der kath. Kirche noch 9,5 Prozent der Menschen in der Stadt Bremen aus. In Zahlen waren dies ca. 55 000 Mitglieder. Probst Bernhard Stecker sprach im Weser Kurier vom 25.9.2019 für Bremen von 46 000 Mitgliedern für die Stadt südlich der Lesum (Bistum Osnabrück) und für Bremen Nord (Bistum Hildesheim) wurden, zuletzt für 2016, 10 000 Mitglieder angegeben. Die Webseite der katholischen Kirche hat schon vor 3 Jahren aufgehört die Zahlen zu aktualisieren. Der Niedergang schmerzt auch den Webmaster. Im Jahre 2019 traten im Land Bremen 1225 Menschen aus, im Jahr davor waren es schon 1044 und in 2017 nur 810. Der Trend ist eindeutig. Etwas über 300 Kinder werden derzeit in der Stadt Bremen noch katholische getauft und es gibt deutlich mehr Sterbefälle.

Dann kommen noch die „Karteileichen“. Etwa 20 Prozent der Mitglieder der katholischen Kirche glauben nicht an Gott, gar 30 Prozent denken über einen baldigen Kirchenaustritt nach (katholisch.de, vom 9.7.2020).Etwa 7,5 Prozent gehören zu den regelmäßigen Kirchgänger*innen (Katholische Bischofskonferenz Juli 2020). Nur 4000 Menschen finden sich also regelmäßig in den Kirchen und Einrichtungen der 7 katholischen Großgemeinden ein. Ohne die Bindungskraft der vom Staat bezahlten Schulen und Kindergärten sähe es noch finsterer aus mit der Zukunft der Gefolgschaft des Papstes in Bremen.

Trotz Zuwanderung langsam nimmt die Zahl der Katholiken (Das Statistische Landesamt gibt für Bremen in 2015 bei 58 435 Katholiken 11 200 ohne deutschen Pass an) beständig ab. Absehbar dürften die Muslime in absoluten Zahlen die der Katholiken überrundet haben.

Die katholische Kirche hat riesige Problem ihre Predigerstellen zu besetzen, vielerorts werden Gemeindegremien (Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat) zusammengelegt, da sich nicht mehr genügend Menschen für die Wahlfunktionen finden. Nur noch 7 Großgemeinden in Bremen, mit einigen „Außenkirchen“ werden von katholischen Kirche betrieben. In Bremen Nord ist der Pfarrer gleichzeitig für beide Gemeinden zuständig.

In Bezug auf das Verhältnis zum Staat haben die katholischen Organisationen allerdings gute Bedingungen. Der Staat verleiht ihnen den Rechtsstatus einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, kassiert von den Karteileichen die Kirchensteuer, finanziert fünf katholische Schulen und etwa 15 Kindergärten. Die katholische Caritas wird voll aus allgemeinen Steuermitteln und den Sozialkassen bezuschusst. Dieses staatliche Korsett hält den katholischen Geschäftsbetrieb in dieser Größe zusammen. Den Mitgliederschwund aufhalten werden diese Subventionen nicht.

Die Anteile der großen Religionsgemeinschaften in Bremen 2020.

– Evangelische Amtskirche, (BEK) – 30 Prozent, davon etwa 5 500 „aktive Religiöse“

– Katholische Kirche knapp 9,5 Prozent, „aktive Religiöse“ etwa 4 000

– Muslime etwa 9 Prozent an der Gesamtbevölkerung, „aktive Religiöse“ etwa 12 000