Kürzungen: Beim „Sozialen“ zuerst.

Kürzungen: Beim „Sozialen“ zuerst.

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat Ende November 2021 ihren Haushalt 2022 beschlossen und die Delegierten noch einmal auf die Einsparung von 30 Prozent bis zum Jahre 2030 eingeschworen. Ursache sind vor allem die stark rückläufigen Mitgliederzahlen und damit verbunden die sinkenden Einnahmen bei der Kirchensteuer. Bundesweit wird sich, laut einer Studie der Uni Freiburg, bis 2060 (wahrscheinlich schon weit vorher) die Zahl der Kirchenmitglieder halbieren.

Im Kontext der letzten Jahre ist auffällig, gekürzt wird zuerst bei den Ausgaben für „soziale Tätigkeiten“, nicht bei der pastoralen Verkündung. Dazu drei Beispiele: Das Arbeitslosenzentrum Tenever bekam noch im Jahre 2019 insgesamt 140 000 Euro, darunter 120 000 Euro für Personalkosten. Der Kirchentag im November 2021 beschloss die stufenweise Reduzierung der Personalkosten auf Null.

Das Diakonische Werk, der Zusammenschluss der evangelischen Wohlfahrtseinrichtungen bekam noch 2019 einen Zuschuss von insgesamt 435 t Euro. Hier wurden bereits für 2021 300 000 Euro eingespart. Der Diakoniepastor Meyer hat denn auch inzwischen den Ort seines Haupteinkommens gewechselt. Er ist Vorsteher in Friedehorst geworden.

Die Innere Mission bekam im Jahre 2019 insgesamt 380 000 Euro Zuschüsse. Auch diese wurden reduziert, was bei der Inneren Mission schon zu Stellenstreichungen führte.

Der Arbeitsbereich „Armut und Reichtum“ im Jahre 2019 noch mit 460 000 Euro finanziert, erfährt in 2022 eine Kürzung von 150 000 Euro.

Im Haushalt der BEK aus 2019, der von einer Expertengruppe untersucht wurde, waren nur es 1,3 Prozent der Kirchensteuer, die in den „Sozialbereich“ flossen. Im Umkehrschluss: 98,7 Prozent gingen in die pastorale Arbeit und missionarische Projekte.

Bei Fortschreibung der bisherigen Beschlüsse der BEK zu ihren Finanzausgaben gehen fast alle Einnahmen aus der Kirchensteuer in der religiösen Apparat. Nur noch ca. 0,3 der Kirchensteuereinnahmen von ca. 60 Millionen geht in die sozialen Einrichtungen.

Menschen, die bisher ihren Kirchenaustritt mit der Begründung, dass dann Pflegeheime, christliche Krankenhäuser und Obdachlosenarbeit gefährdet sei, nicht vollzogen haben, können umdenken. Die „Sozialen Einrichtungen“ der Kirchen werden fast ausschließlich aus staatlichen Kassen und Kostenbeiträgen der Nutzer*innen bezahlt. Ein Austritt schadet diesen Einrichtungen nicht.