Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier wollten den ehemaligen Führer vom Islamischem Staat und Al Qaida, den jetzigen Präsidenten Syriens Ahmed al Schaara im Januar empfangen.
Der syrische Islamistenführer verschob die Reise nach Berlin, denn er hatte Wichtigeres auf der Agenda – ein Djihat, ein Feldzug gegen die Kurden. Der syrische FATWA Ausschuss hatte mit einem Koran Zitat zum Gebet für den Sieg aufgerufen. Der Imam von Damaskus, Mitglied einer von den Muslimbrüdern gegründeten Gelehrtenvereinigung, hatte mit einem Koran Zitat zum Gebet für den Sieg gerufen.
Die bisherige Ergebnisse dieses Feldzuges lassen sich schon erkennen. Weitere Minderheiten, jetzt vornehmlich Kurden, Yesiden und Christen sind dem Terror islamistischer Kämpfer, die jetzt unter dem Label „Syrische Armee“ agieren, getötet und vertrieben worden. Erste Fälle von Versklavung von kurdischen Frauen sind bekannt geworden.
In den Gefängnissen und dem Lager al-Hol hatten die kurdisch syrischen Kräfte mehr als 40 000 Kämpfer und Familienmitglieder des IS gefangen gehalten. Die meisten wurden jetzt von Islamisten der syrischen Armee befreit. Es gab Verbrüderungsszenen der ehemaligen und der jetzt in die Uniformen der „syrischen Armee“ geschlüpften Islamisten. Viele der befreiten IS Kämpfer fragten sofort nach Waffen, um mit den Befreiern die verhassten Kurden zu bekämpfen. Die US Streitkräfte standen im Lager al Hol direkt daneben.
Abu Muhammad al Jaulani, dies war der Name des syrischen Präsidenten als er im Irak zu einer zentralen Figur des Islamischen Staates wurde. In diese Zeit viel auch der Völkermord an den Yesid*innen in der Region Sengal. Frauen wurden versklavt, Männer getötet. Al Joulani ging nach Syrien trat zu Al Qaida über, wurde Anführer des syrischen Zweiges, der Al Nusra Front,. Mit anderen Islamisten darunter Djihadisten die aus vielen Teilen der Welt nach Syrien gezogen waren, und den Muslimbrüdern schloss er sich sich zur Haiat Tahir asch Scham (HTS) zusammen. Im Frühjahr 2025 überrannten sie mit Türkischer Hilfe, vor allem deren Drohnen, den Diktator Assad und dessen Armee. Seither sind sie schon gegen die Alawiten, Drusen zuletzt Kurden in Alleppo vorgegangen. Dabei wurden tausende ermordet. Die Islamistenverbände wurden zur Syrischen Armee um ettikettiert.
Donald Trump und die islamistischen Königshäuser am Golf gaben ihm die Hand. Ursula von der Leyen übergab Anfang 2026 in Damaskus 620 Millionen Euro für den Aufbau des Syrischen Staates, einschließlich der islamistischen Armee (Milizen).
Wenn zukünftig also in Syrien religiöse oder sprachliche Minderheiten gefoltert, vertrieben oder erschossen werden, dann auch mit deutschem und europäischem Geld.
Dass deutsche und andere NATO Länder zwischen guten und bösen Diktatoren unterscheiden ist ja nicht neu. Suharto, der Henker von Indonesien (ca. 1 Millionen Tote) der Schah von Persien mit seinen Folterkellern, die nach der Scharia regierenden islamistischen Königshäuser am Golf hingegen waren gute Diktatoren. Sie gewährten den Industriekonzernen aus NATO Ländern, gegen lächerliche Milliardenüberweisungen auf Schweizer Konten, den profitablen Zugang zu ihren Rohstoffen.
Unliebsame Herrscher, die etwa Öl,- oder Erzvorkommen verstaatlichten und die Rohstofferlöse in Lebensmittelsubventionen investierten oder ihre Waffen in Moskau, statt in Washington kauften wurden reihenweise weg geputscht oder durch Militärinterventionen beseitigt.
Al Schaara ist in diesem Sinne ein guter Diktator. Er schloss Verträge über die syrischen Gas und Ölquellen Nutzung mit amerikanischen und türkischen Firmen ab. Mit den US Firmen Baker Hughes, Hunt Energy und Argent LNG wurden Vereinbarungen über die Instandsetzung der Syrischen Öl und Gasfelder abgeschlossen. Der US Ernegiekonzern Conoco Pfhillips erhielt Förderlizenzen. Die größten Ölfelder lagen in den bisher von den Kurden und der Syrischen Demokratischen Kräften kontrollierten Gebieten. Die USA ließen die Kurden fallen und wechselten die Fronten zu den Islamisten. Die Waffen beziehen die syrischen Islamisten über die Türkei.
Die NATO Verbündeten der USA zogen mit. Rote Teppiche wurden auch schon in Paris für den mit 10 Millionen Dollar Kopfgeld ausgelobten Islamistenführer ausgerollt.
Der Empfang eines Islamistenführers ist auch ein Signal in die Deutsche Gesellschaft.
Die Bundesregierung schreibt sich die Verteidigung der Demokratie und den Kampf gegen den „politischen Islam“ auf die Fahnen. Zu letzterem wurde eigens eine Expertenkommission eingerichtet.
Der geplante Empfang für Joulani setzt ein ganz anderes Zeichen: Wir (Bundesregierung und deutscher Staat) hofieren einen Islamisten und Massenmörder, der offen seine islamistischen Werte zur Schau trägt.
Dies ist ein starkes politisches Signal vor allem in die eigene Gesellschaft. Islamisten bekommen einen Handschlag, so lange man nicht ein Frau wie Ursula von Leyen ist, und aus unseren Steuermitteln erhebliche Überweisungen. Das ist nicht nur eine auf Schaara persönlich bezogene Botschaft, sondern dass siegreiche Islamisten im Westen mit offenen Armen empfangen werden, wenn sie sich an die Spielregeln, wie Freihandel, Öffnung ihrer Märkte für Waren und Investitionen durch Unternehmen der NATO Staaten und kostengünstige Hergabe ihrer Rohstoffe wie Öl, Gas und seltene Erden, halten.
Wir sollten uns also nicht wundern, wenn die islamistischen Verbände stärker auf die Ausweitung ihres politischen Spielraums pochen. Ein Probestück hat bereits die Koalition aus CDU und SPD in Berlin abgeliefert, in dem sie den 15 März zum Tag gegen Islamfeindlichkeit erklärt haben.
Und für diejenigen, die wie einige „Islamexperten“ immer wieder auf die Achse aus Islamisten und Linken verweisen, offenbart sich ein Irrtum. Die Stärkung der Islamisten in Nordafrika, den arabischen und asiatischen Ländern und damit auch zurück nach Europa, geht vor allem auf das Konto der Rechten und Konservativen und den Profitinteressen der Unternehmen. Sie liefern die Waffen in die Hochburgen des Islamismus wie Katar, Saudi Arabien oder die Türkei. Die NATO Führungsmächte USA und UK haben eine lange Kooperation mit Islamisten vorzuweisen. Sie stürzten Mossadegh mit Hilfe der Mullahs, schlachteten Indonesiens Linke mit Hilfe von Todesschwadronen aus dem islamistischen Jugendverband ab. Und sie lieferten den Startschuss für den weltweiten Djihat mit der Unterstützung der der religiösen Opposition in Afghanistan, schon lange bevor dort der erste Sowjetische Panzer durch Kabul fuhr.